Eine neue Schließanlage im Mehrfamilienhaus scheitert selten an der Technik — sondern daran, dass Planung und Abstimmung unterschätzt werden. Dieser Leitfaden zeigt, wie das geordnet funktioniert.
Schritt 1 — Bestandsaufnahme
Bevor irgendein Zylinder bestellt wird, muss klar sein, was vorhanden ist:
- Wie viele Türen sollen in die Anlage aufgenommen werden? (Hauseingang, Keller, Tiefgarage, Müllraum, Dachboden, Wohnungstüren)
- Welche Zylinder sind aktuell verbaut — und welche Türen haben unterschiedliche Maße?
- Gibt es eine bestehende Anlage, die erweitert werden soll, oder wird alles neu geplant?
Diese Aufnahme machen wir gemeinsam mit Ihnen vor Ort. Sie dauert bei einem typischen Haus mit 8–12 Wohnungen ca. eine Stunde.
Schritt 2 — Schließplan entwickeln
Der Schließplan ist das Herzstück der Anlage. Er legt fest, welcher Schlüssel welche Türen öffnet. Die Standardhierarchie sieht so aus:
- Generalschlüssel — öffnet alle Türen (für Hausverwaltung oder Eigentümer)
- Gruppenschlüssel — öffnet alle Gemeinschaftstüren + eine bestimmte Gruppe (z. B. ein Treppenhaus)
- Wohnungsschlüssel — öffnet Hauseingang + eigene Wohnungstür
Je nach Objekt kommen weitere Ebenen hinzu: Hausmeisterschlüssel (öffnet Technikräume, aber keine Wohnungen), Reinigungsschlüssel oder temporäre Handwerkerschlüssel.
Wichtig für WEG-Objekte: Der Schließplan muss von der Eigentümerversammlung beschlossen werden, wenn er Gemeinschaftseigentum betrifft. Prüfen Sie, ob dafür eine einfache Mehrheit ausreicht oder ob Ihre Teilungserklärung eine Qualifizierte Mehrheit verlangt.
Schritt 3 — Hersteller und Sicherheitsklasse wählen
Nicht jede Anlage braucht Klasse 6. Unsere Faustregel:
- Städtische Lage, mehr als 6 Wohneinheiten → Klasse 5–6, Sicherheitskarte Pflicht
- Ländliche Lage, kleines Haus → Klasse 4 ist ein vertretbarer Kompromiss
- Gewerbeanteil im Haus → immer Klasse 6, da höheres Einbruchsrisiko
Wir setzen bevorzugt auf WILKA — als autorisierter Partner können wir Schlüssel nachbestellen, Anlagen erweitern und Sicherheitskarten verwalten.
Schritt 4 — Angebot und Kostenverteilung
Das Angebot schlüsselt auf: Zylinder je Tür, Schlüsselanzahl je Ebene, Montageaufwand. Bei WEG-Objekten stellt sich die Frage der Kostenverteilung:
- Gemeinschaftstüren → Kosten aus der Instandhaltungsrücklage oder per Umlage
- Wohnungstüren → meist Sache der einzelnen Eigentümer (je nach Teilungserklärung)
Wir erstellen Ihnen auf Wunsch ein Angebot, das diese Aufteilung bereits berücksichtigt — für einfachere Abstimmung in der Eigentümerversammlung.
Schritt 5 — Montage
Die Montage läuft Tür für Tür, Wohnung für Wohnung. Wir koordinieren Termine so, dass Bewohner kurze Ausfall-Fenster haben. Jeder neue Zylinder wird nach Einbau geprüft: Funktion, Schwergängigkeit, Passform.
Schritt 6 — Übergabe, Dokumentation, Sicherheitskarte
Am Ende erhalten Sie:
- Schließplan in schriftlicher Form (Papier + digital)
- Sicherheitskarte — eine pro Anlage, aufbewahren wie einen Ausweis
- Übergabeprotokoll mit Zylindernummern, Schlüsselanzahl je Ebene und Datum
- Hinweise zur Erweiterung bei Mieterwechsel oder neuen Türen
Die Sicherheitskarte ist entscheidend: Ohne sie kann niemand — auch wir nicht — Schlüssel nachbestellen.
Jetzt planen
Wenn Sie ein Mehrfamilienhaus in Bruchsal oder Umgebung haben und eine neue Anlage planen oder eine bestehende erweitern möchten: Rufen Sie uns an unter 07251 4406662 oder nutzen Sie das Kontaktformular. Die Erstbegehung ist kostenlos.
